Um die erfahrenen Spieler Kapitän Fritz Gayer, Gerhard Petrussek und Joachim Ried wurde ein extrem junges Team aufgebaut, das wider Erwarten hervorragend in der Zweiten Liga mithalten konnte. Dabei jagten lange Zeit ausschließlich Landsberger Nachwuchskräfte dem Puck hinterher, einziges Schmankerl bildeten jeweils zwei nordamerikanische Legionäre: Namen wie Andrew Meers, Tim Dudeck, Walter Chapman, Jim Johannson und Dwayne Robinson sind heute noch vielen Fans ein Begriff. Vor allem verzauberte aber in seinen besten Zeiten Arthur Rutland das Publikum und dominierte mit seiner spektakulären Spielweise und seinen herausragenden läuferischen Fähigkeiten teilweise die gesamte Liga.
Dank der hervorragenden Nachwuchsarbeit konnte sich der Verein nach und nach von seinen finanziellen Altlasten befreien, die Verkäufe von Talenten wie Christian Gerum, Alexander Guddat oder Christoph Sandner brachten dringend benötigtes Geld in die Kasse.
In der Oberliga vertraute man nun erstmals der russischen, oder genauer: der lettischen Spielkunst und zog mit Igor Pavlov und Oleg Znarok (Riga Stars) zwei absolute Topstürmer an Land, die an der Seite der Routiniers Jockl Ried und Manni Korb dann auch für eine Torflut sorgen sollten. Souverän wurden Landsberg Meister der Oberliga Süd, scheiterte dann aber in den – unter den Fans legendären – Endspielen um den deutschen Titel am ESC Frankfurt (2:8 und 4:4). Die anschließenden Aufstiegsspiele zu zweiten Bundesliga gewannen man dann klar gegen Riessersee.
Während der Saison mit einer Dreifachrunde in der zweiten Bundesliga (Memmingen und Bayreuth gingen in Konkurs) hätte es beinahe auch die Landsberger erwischt.
Nachdem Trainer Strida entlassen wurde, versuchte sich der lettische Coach Grabowskis, der aber nur Weihnachten blieb. Sein Nachfolger Paul Sommer trainierte die Mannschaft nur bis Saison-Ende. Unter dem neuen Coach Dr. Karl Franek und seinem Assistenten Gerhard Petrussek avancierte der EVL dann zur Überraschungsmannschaft der Saison 1989/90 und erreichte nach langer Zeit wieder die Aufstiegsrunde zur Bundesliga sowie einen Zuschauerschnitt von über 2000.
Am Lech stiegen nun die Erwartungen, denen jedoch auch der neue Trainer Florian Strida nicht gerecht werden konnte. Nach einem zweiten Platz in der Vorrunde belegte der von eklatantem Verletzungspech gebeutelte EVL in der Zwischenrunde den neunten, in der Qualifikation gar nur den sechsten Rang - der Abstieg war perfekt.
So zog man in die neu geschaffene 1. Liga Süd ein. Oleg Znarok verließ den Verein in Richtung Freiburg. Zum erstenmal war das lettische Traumduo (Znarok, Pavlov) getrennt. Hinzu kam auch ein relativ junger Trainer aus Russland, der seinerzeit zu der Traumtruppe der sowjetischen Nationalmannschaft gehörte und mehrfacher Weltmeister und Olympiasieger war. Sergej Svetlov schaffte es mit einer neu aufgebauten Mannschaft gleich bis ins Viertelfinale der deutschen Amateurmeisterschaft.
In der Saison 1996/97 stand dem EVL eine sportlich erstklassige Mannschaft zur Verfügung. Die EVL-Spieler Alexander Kertsch und Igor Pavlov stiegen mit der lettischen Mannschaft in die A-Gruppe der Weltmeisterschaft auf und was die lettische Mannschaft zu leisten vermag, sah man dann im nächsten Jahr, als sie bei der WM Siebter wurde und dabei das deutsche Team mit 8:0 deklassierte.